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Polyarthrose: Natürliche Hilfe gegen heftige Schmerzen

Petra J. ist 60 Jahre alt und hat Polyarthrose in Halswirbelsäule, Lendenwirbelsäule und Schulter. Schmerzen sind ihr ständiger Begleiter. Ohne Schmerzmittel kann sie ihren Alltag kaum bewältigen. Doch die schaden ihrem Darm. Denn Petra hat außerdem eine Divertikulose. Können die Natur-Docs ihr helfen?

Sprecherin:

Naturheilkunde ist moderne Medizin. Das ist das Motto der Natur-Docs. Zwischendurch muss sie einfach mal raus.

Raus aus dem Alltag, raus aus dem Karussell im Kopf. Dann packen sie und ihr Mann kurzerhand den Camper und fahren los. Auch wenn sie ihren Schmerzen nicht entfliehen kann.

Petra J:

Wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind und wir haben 3-4 Stunden Fahrt am Stück, dann merke ich es auch schon im Rücken. Dann tut es da weh, dann tut es da weh. Dann müssen wir Pause machen, damit ich mich wieder bewegen kann.

Sprecherin:

Ausflüge mit dem Wohnmobil sind zwar eine Abwechslung, doch Schmerzen sind ihr ständiger Begleiter. Und das schon seit vielen, vielen Jahren.

Petra J:

Ich bin Petra Janssen, ich bin 60 Jahre alt. Ich habe Polyarthrose in der Halswirbelsäule, in der Schulter und in der Lendenwirbelsäule.

Sprecherin:

Polyarthrose, Gelenkverschleiß und Entzündungsherde an mehreren Stellen im Körper. Doch das ist nicht alles. Petra Janssen hat auch noch eine Divertikulose, Ausstülpungen im Darm.

Die Gelenkbeschwerden belasten sie zurzeit am meisten.

Petra J:

Arthroseschmerz ist halt sehr penetrant. Solange ich am Tag in Bewegung bin, geht es eigentlich ganz gut. Aber wenn ich zur Ruhe komme, ist es sehr schlecht.

Ich kann nicht lange sitzen, ich kann nicht lange liegen. Dann fängt es an zu pulsieren, zieht ins Bein.

Sprecherin:

Um Tage und Nächte irgendwie zu überstehen, nimmt sie Schmerzmedikamente. Doch die schaden ihrem Darm. Jetzt hofft sie auf die Hilfe der Natur-Docs während eines mehrtägigen Klinikaufenthalts in Berlin bei Andreas Michalsen und seinem Team.

Prof. Andreas Michalsen:

Wenn Sie jetzt mal so sagen, 0 heißt kein Schmerz, 10 heißt wirklich, man sagt, so geht das nicht.

Petra J:

Sie meinen jetzt ohne Medikamente?

Prof. Andreas Michalsen:

Ja.

Petra J:

Also dann bin ich locker bei der 10.

Prof. Andreas Michalsen:

Bei 10?

Petra J:

Ja. Ich habe es manchmal tatsächlich abends nicht genommen, weil ich dachte auch, komm, das muss auch gehen. Heute Tag war ja gut, aber dann werde ich nachts wach und kann nicht mehr liegen.

Prof. Andreas Michalsen:

Aber es sind Schmerzen nur? Sie haben da jetzt keine Taubheitsgefühle oder Kribbelgefühle oder so?

Petra J:

Nein, einfach nur ein pulsierender, brennender Schmerz.

Prof. Andreas Michalsen:

Und jetzt ist die Halswirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Schulter. Sind denn auch schon mal die Messer gezückt worden?

Petra J:

Ja, gerade im vergangenen Juli bin ich hier an der Schulter operiert worden und habe hier eine wunderbare Narbe. Da ist die Arthrose, die Knochenhaut geglättet worden. Da ist ein kleines Stückchen Knochen entfernt worden.

Sprecherin:

Hilgermissen, südlich von Bremen. Hier leben Petra Janssen und ihr Mann Onno. Die Projektkoordinatorin in einem Maschinenbauunternehmen ist oft im Stress.

Und das triggert ihre Schmerzen allgemein, besonders auch die im Darm.

Petra J:

Wenn man aus Zeitgründen schlecht isst, schnell zwischendurch mal eben ein Happen, sich nicht die Ruhe nimmt, dann nimmt einem das der Darm übel. Nach 2, 3 Tagen fängt es halt wieder an zu krampfen.

Sprecherin:

Verschiedene Reizzustände in ihrem Körper. Zum einen die Darmdivertikel, Ausstülpungen, die sich entzünden können. Dazu die Schmerzpunkte in Schultern, Nacken und im unteren Rücken.

Gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannungsübungen, das könnte ihr guttun. Aber dafür fühlt sie sich meistens zu erschöpft.

Petra J:

Wenn ich abends müde nach Hause komme, möchte ich nichts mehr machen. Das ist der innere Schweinehund, der mich abhält, die Dinge zu tun, von denen ich weiß, dass sie mir helfen könnten.

Sprecherin:

Stattdessen greift sie täglich zu Tabletten.

Prof. Andreas Michalsen:

Auf wie viel kommen Sie denn da im Monat? Oh, im Monat?

Petra J:

Ich nehme morgens eine Ibuprofen 600. Die nehme ich abends zum ins Bett gehen noch ein 2. Mal.

Prof. Andreas Michalsen:

Also 2 mal 600.

Petra J:

Wenn die Nacht ganz schlecht ist, nehme ich auch gerne in der Nacht noch mal eine 3. Ich weiß, aber wenn die Nächte einen derart quälen und man weiß, man hat am nächsten Tag Programm, bin ich dann etwas unkritisch geworden.

Prof. Andreas Michalsen:

Ich kann das total verstehen. Nur ärztlicherseits kriegt man immer ein bisschen den Schreck.

Sprecherin:

Denn das sind 1000 Schmerztabletten innerhalb eines Jahres.

Prof. Andreas Michalsen:

Schmerztabletten haben, wenn man sie auf die Dauer oder in einer höheren Dosierung regelmäßig einnimmt, erhebliche Nebenwirkungen. Nicht nur ein bisschen, sondern sie können ganz massiv die Niere schädigen bis zur Dialysepflichtigkeit. Sie sind für einen Großteil gefährlicher Magen-Darm-Blutungen verantwortlich.

Sie können die Leber belasten.

Sprecherin:

Das Team der Natur-Docs ist sich einig. Die Schmerzverarbeitung im Gehirn von Petra Jansen muss sich ändern. Die Polyarthrose an sich ist nicht heilbar.

Doch mit Maßnahmen der Naturheilkunde wollen sie ihr vegetatives Nervensystem und damit die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen. Ihr Therapieplan besteht aus reflektorischer Atem- sowie Ergotherapie, Fasten, der Kältekammer, Schröpfen, Qigong und für ihren Darm eine Ernährungsberatung. Zuerst geht es zur Ergotherapie bei Anja Biebrach.

Dieser Help-Arm verringert durch Gegengewichte die Schwerkraft ihrer Arme. Wie fühlt es sich an? Geht es schwierig?

Nein, es geht leicht und tut kaum weh. Petra Jansen kann zum 1. Mal ihren linken Arm hochheben.

Anja Biebrach:

Jetzt haben Sie eine selektive Dehnung auf der Kapsel. Wahrscheinlich auch auf der frischen Narbe. Wenn es nicht mehr geht, geben Sie mir ein Zeichen.

Aber es geht. Es ist leichter, weniger schmerzvoll als gedacht. Ich klaue Ihnen das.

Sie sagen mir, wie sich die Arme anfühlen. Lässt sich die Schulter auch ohne Hilfe anheben? Das ist schon weiter.

Wow. Klasse. Dann machen wir das häufiger und gucken, was rauskommt.

Im Anschluss geht es zur reflektorischen Atemtherapie.

Elisabeth Süßkow:

Es ist wichtig, dass Sie nicht die Luft anhalten. Ihre einzige Aufgabe ist, dass Sie weiter atmen.

Sprecherin:

Therapeutin Elisabeth Süßkow erspürt mit ihren Händen Verklebungen und Blockaden. Eine Studie der Natur-Docs konnte zeigen, die reflektorische Atemtherapie kann schnell Schmerzen lindern. V.a. an der Wirbelsäule.

Petra J:

Ich empfinde das als eine super Massage-Behandlung. Aber Atemtherapie verstehe ich nicht ganz, was das mit dem Atmen zu tun hat.

Elisabeth Süßkow:

Ich löse Ihre Faszien, ich löse Ihre Muskeln. Aber ich habe auch immer den Fokus darauf, dass Sie weiter atmen, dass Sie tief atmen, dass das Zwerchfell mitschwingt. Das hat auch eine sehr lösende Wirkung.

Und damit auch eine Wirkung auf die Schmerzen. Wenn Spannung weggeht, geht auch Schmerz weg.

Noch einmal tief einatmen.

Sprecherin:

Ob es wirkt, interessiert auch Natur-Doc Susanne Frank.

Susanne Frank:

Ich würde gerne wissen, wie das heute gelaufen ist mit den ganzen Therapien.

Petra J:

Große Erfolgsmeldung. Gestern konnte ich den Arm nur bis hier heben. Aber Frau Süßkuh hat es erreicht, dass ich auf einmal in wundersamer Weise ...

Unglaublich. Es ist ein volles euphorisches Gefühl bei mir, dass ich auf einmal den Arm wieder habe.

Susanne Frank:

Sehr gut.

Petra J:

Ich habe meinen Arm wieder.

Susanne Frank:

Gut, dann würde ich das gerne noch mal unterstützen mit dem Schröpfen. Und dann gucke ich mal, wie der Zug ist. Das geht noch?

Petra J:

Das geht.

Susanne Frank:

Dann gucke ich mal, wie weit ich komme hier mit dem. Das ist alles ein bisschen verklebt. Das ist ja auch nicht so lange her.

Sprecherin:

Die Runde, die merke ich. Durch den Unterdruck der Schröpfgläser wird die Haut angesaugt. Das führt zu einer verstärkten Durchblutung und löst die Verhärtungen im Muskelgewebe.

Besonders auf der operierten Seite. Da kommt jetzt ein bisschen Durchblutung rein. Tatsächlich kann sie die linke Schulter danach so gut bewegen, dass sogar Qigong möglich ist.

Dr. Lutz Liese:

Wir versuchen dabei zu entspannen. Nicht mit Kraft den Arm hochzunehmen, sondern mit möglichst wenig Muskelanspannung das Ganze durchzuführen.

Sprecherin:

Natur-Doc Lutz Liese macht vor, Petra Janssen macht nach. Es geht um langsame, gleichförmige Bewegungen im Einklang mit der Atmung. Das hilft nicht nur, Stress abzubauen.

Dr. Lutz Liese:

Das ist schon mal sehr gut. Neben dem Gleichgewichtstraining wird der ganze Fächer der Muskulatur rundum trainiert. Von der Hüftregion.

Ich rotiere ein bisschen nach da. Und ich rotiere auch noch da. Deswegen habe ich die ganze Muskulatur damit abgedreht.

Petra J.: Das werde ich üben.

Prof. Andreas Michalsen:

Man weiß heute aus guten Studien, dass Taiji, Qigong ist eine der effektivsten Bewegungsformen, um Gebrechlichkeit und Bewegungseinschränkungen im Alter vorzubeugen. Das sieht wirklich nicht so danach aus. Aber das baut Muskeln auf.

Das übt die Gelenke und hält sie geschmeidig.

Sprecherin:

Zeit zum Durchatmen bleibt Petra Janssen kaum. Der Therapieplan ist straff. Und los geht's.

Täglich geht es in die Kältekammer. Der ungewöhnliche Kältereiz von minus 110° betäubt kurz und heftig die Schmerzrezeptoren auf der Haut. Danach wird alles gut durchblutet.

Petra J:

Die letzte Minute war echt hart.

Sprecherin:

Disziplin braucht es auch beim Saftfasten. Die Erfahrung der Natur-Docs, der Verzicht auf Nahrung wirkt schnell entzündungshemmend und schmerzlindernd, hat aber auch einen langfristigen Effekt. Und damit sich ihre Darm-Divertikel möglichst nicht mehr entzünden, gibt es Tipps von Ernährungsberaterin Nancy Kühne.

Nancy Kühne:

Je feiner Sie das malen, desto weniger Risiko haben Sie, dass sich diese kleinen Nussstückchen in Ihren Divertikeln festsetzen und dann zur Entzündung führen.

Sprecherin:

Schon nach 4 Tagen merkt Petra Janssen eine Verbesserung. Ihre linke Schulter ist mobiler. Auch die Schmerzen lassen langsam nach.

Das Schmerzlevel ist deutlich gesunken.

Petra J:

Jetzt war ich sehr lange mit starken Medikamenten unterwegs. Immer bei 7, 8.

Sprecherin:

Ich denke, jetzt würde ich mich bei einer 6 einordnen. Natur-Doc Andreas Michalsen ist neugierig. Er möchte wissen, was die Therapien bei ihr gebracht haben.

Prof. Andreas Michalsen:

Ja, Frau Janssen, heute 5. Behandlungstag. Wie geht es?

Petra J:

Mir geht es erstaunlich gut, muss ich sagen. Ich hatte befürchtet, dass mit dem Fasten einige Beschwerden auftreten, wie Sie mich vorgewarnt hatten. Nichts, im Gegenteil.

Ich habe keinen Hunger, ich habe gute Laune.

Prof. Andreas Michalsen:

Wenigstens Kopfschmerzen.

Petra J:

Nein, nicht mal das.

Prof. Andreas Michalsen:

Dann ist unser großes Thema hier. Wie war es die letzten Tage? Wie viel haben Sie davon?

Petra J:

Wir haben gestern die Frühmorgensration gestrichen.

Sprecherin:

Ob sie dauerhaft mit weniger Schmerzmedikamenten auskommt, das wird sich zu Hause zeigen. Zurück in Hilgermissen hat Petra Janssen ein neues morgendliches Ritual. Wassertreten à la Kneipp.

Tatsächlich beeinflusst das ihr Schmerzlevel.

Petra J:

An einem normalen Tag wie heute würde ich nur 3 sagen. Ich habe gute Tage, wo kaum was zu spüren ist. Ich konnte einen Schwenk um 180° machen.

Ich habe vieles verändert in Sachen Ernährung, in Sachen Bewegung. Ich bin viel konsequenter dabei, etwas für mich zu tun.

Sprecherin:

Noch in Berlin hat sie sich für einen Tai-Chi-Kurs angemeldet. Wenn Petra Janssen mal das Bedürfnis hat, macht sie die Übungen auch zu Hause. Weil sie sich dabei auf die Bewegung konzentrieren muss, kann sie abschalten.

Schmerzlevel 3. Was wohl Andreas Michalsen dazu sagen wird, er meldet sich nach 4 Monaten aus Berlin per Video.

Prof. Andreas Michalsen:

Die Schmerztabletten, wo stehen Sie denn da? Wie ist denn heute Ihr Tablettenschränkchen so befüllt?

Petra J:

Das Tablettenschränkchen ist voll und das bleibt auch voll, weil ich nichts mehr rausnehme. Ich nehme tatsächlich kaum noch Tabletten.

Prof. Andreas Michalsen:

Respekt, das ist extrem gut, dass Sie da den Schalter umgelegt haben. Und zu Hause, wie gestalten Sie das so?

Petra J:

Ich habe eine Therapiematte, da mache ich Gymnastikübungen, die ich in der Physiotherapie lerne. Einmal die Woche gehe ich sowieso zum Funktionstraining. Zur Entspannung mache ich Tai-Chi.

Auch das trägt dazu bei, dass die Schmerzen besser werden. Die Disziplin hat mir vorher gefehlt.

Prof. Andreas Michalsen:

Man kann sehr viel für sich und seine Gesundheit tun, aber man muss es eben auch tun. Genauso, wie Sie es gemacht haben. Zu dem Thema würde ich nur sagen, weiter so.

Sprecherin:

Genau das ist der Plan von Petra Jansen. Sie hat einen kompletten Neustart mit Hilfe der Natur-Docs geschafft.

Petra J:

Wenn ich bedenke, dass ich früher am Tag 2-3 starke Tabletten nehmen musste, so nehme ich jetzt im Monat 2-3 Tabletten. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.