Naturheilkundliche Strategien bei Magen-Darm-Erkrankungen

Zu den in der Naturheilkunde am häufigsten behandelten Magen-Darm-Erkrankungen gehören: Reizdarm, Reizmagen, Sodbrennen/Entzündungen der Speiseröhre und die Colitis ulcerosa.

Integratives gastro-enterologisches Behandlungskonzept

Das Konzept unserer Abteilung sieht ein komplexes, den individuellen Bedürfnissen des Patienten angepasstes Programm vor. Unser Angebot umfasst eine ambulante ärztliche Beratung und Therapie, eine stationäre Therapie und eine Behandlung in der naturheilkundlichen Tagesklinik.

»All unsere Leistungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, für die ambulante Behandlung wird ein Überweisungsschein, für Klinik und Tagesklinik eine Einweisung mit Kostenübernahme der Krankenkasse benötigt.«
(Dr. Annette Jänsch Internistin, Naturheilverfahren)

Nach einer ausführlichen Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte), Ernährungsanamnese, Sichtung aller Befunde und des Krankheitsverlaufes und einer klinischen Untersuchung erhält der Patient/Patientin eine eigens auf ihn abgestimmte Behandlung.

Dafür stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung

  • Ernährungsberatung und Hilfe bei der Ernährungsumstellung
  • Mikrobiologische Therapie
  • Pflanzliche Stoffe
  • Physikalische Therapie
  • Neuraltherapie, Akupunktur
  • Heilerde

Ernährungsberatung und Hilfe bei der Ernährungsumstellung
z.B. mediterrane Kost, modifizierte Vollwertkost, Kostformen aus dem Bereich der fernöstlichen Medizin, das Konzept der wärmenden Kost, laktosearme Kost, fruktosearme Kost, histaminarme Kost  bis hin zur Gluten-freien Kost u.a. Häufig erscheint es sinnvoll, eine Kostumstellung durch ein Heilfasten einzuleiten, das wir im stationären und ambulanten Bereich anbieten. Dabei kommen das Buchinger-Fasten, das modifizierte Fasten nach Buchinger, die milde Ableitungsdiät nach F.X. Mayr und Allergenarme Kostformen wie die Kartoffel-Reis-Butter-Diät zur Anwendung. Der langfristige Erfolg solch eines Heilfastens hängt ganz wesentlich von der Ernährungsweise nach dem Fasten ab. Hier kommt es darauf an,  das Erlernte und Erfahrene auch im häuslichen alltäglichen Umfeld umzusetzen und langfristig beizubehalten, individuell ermittelte Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten zu beachten und auch die Bedingungen für eine gesunde und typentsprechende Ernährung zu schaffen. Ein erfolgreiches Heilfasten kann in Abhängigkeit vom Zustand des Patienten/Patientin und unter Beachtung der Kontraindikationen (Zustände, die das Fasten nicht erlauben) ein bis zweimal pro Jahr für einen Zeitraum von 5 bis 10 Tagen durchgeführt werden.

Mikrobiologische Therapie
An einer gesunden Verdauungsfunktion haben die zahlreichen im Darm lebenden Mikroorganismen einen erheblichen Anteil. Daneben sind sie für ein funktionierendes Immunsystem von Bedeutung. Wir bieten die mikrobiologische Labor-Analyse der Darmflora an und beraten unsere Patienten entsprechend der Ergebnisse bzgl. Ernährung,  ggf. nötiger Nahrungsergänzung und ggf. Arzneitherapie. Dabei kommen Präbiotika (sog. Ballaststoffe, die gesunden Darmbakterien als Nahrung dienen) und Probiotika (lebende Mikroorganismen) zur Anwendung, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen. Bei einer krankhaften Besiedlung des Darmes mit Hefepilzen (Candida albicans) kann eine Behandlung mit Fungiciden (Antipilzmittel) notwendig werden, natürlich in Kombination mit einer Ernährungsumstellung.  Bei der  chronisch entzündlichen Darmerkrankung Kolitis ulzerosa ist durch Studien die remissionserhaltende (Krankheitsstillstand-erhaltende) Wirkung von einem speziellen Probiotikum (Mutaflor®)erwiesen. Unsere Abteilung hat langjährige Erfahrungen mit der mikrobiologischen Therapie, auch über die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen hinaus.

Pflanzliche Stoffe
Arzneimittel aus dem Pflanzenreich werden seit Jahrtausenden zur Verdauungshilfe eingesetzt. Sie werden als Tee und  als Pflanzenextrakte in Fertigarzneimitteln angeboten. Bekannt sind entblähend wirkende Tees aus Fenchel, Anis und Kümmel, entkrampfend wirksame Pfefferminze, entzündungshemmende Kamille u.v.a.m. Verdauungsförderlich, insbesondere bei der Fettverdauung,  wirken z.B. Präparate aus der Artischocke. Häufig werden auch Myrrhe, Flohsamenschalen und Leinsamen eingesetzt. Interessant ist die Wirkung eines Weihrauchextraktes aus dem indischen gezackten Weihrauch (Boswellia serrata) bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen  wie z.B. der Kolitis ulzerosa.  Dieser Extrakt wirkt in einer besonderen Weise, ähnlich der Wirkung des Kortisons, nur viel milder und mit deutlich weniger Nebenwirkungen verbunden,  entzündungshemmend. Klinische Erfahrungen und einige kleinere Studien weisen auf eine remissionserhaltende (Krankheitsstillstand-erhaltend) Wirkung von ausreichend hochdosierten Weihrauchtherapien bei Kolitis ulzerosa hin. Häufig kann durch eine zusätzliche Weihrauchtherapie auf orale Kortisongaben verzichtet und Medikamente eingespart werden.  Weihrauch ist in Deutschland als Arzneimittel nicht zugelassen, kann aber von deutschen Ärzten auf Privatrezept verordnet und von deutschen Apotheken abgegeben werden. Unsere Abteilung hat langjährige Erfahrungen in der Anwendung von Weihrauchpräparaten auch über die Anwendung bei entzündlichen Darmerkrankungen hinaus.

Physikalische Therapie
Bewegung, Krankengymnastik und spezielle reflektorisch wirkende Verfahren (Bindegewebsmassage, Kolonmassage, reflektorische Atemtherapie, Osteopathie u.a.) und Entspannungsverfahren gehören selbstverständlich zu unserem Therapiekonzept.

Neuraltherapie, Akupunktur

Sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich werden diese Verfahren eingesetzt.

Homöopathie
Die klassische Homöopathie nach Hahnemann wird im ambulanten und stationären Bereich für Versicherte der Techniker Krankenkasse im Rahmen der Integrierten Versorgung in der Homöopathie angeboten.

Heilerde
Heilerde hat sich bei der Behandlung von Sodbrennen und Reizmagen bewährt. Heilerde besitzt ein hohes Bindungsvermögen für Säuren, Gifte und auch Medikamente. Sie kann akut bei Sodbrennen, aber auch vorbeugend regelmäßig eingenommen werden. Die in ihr enthaltenen Mineralien wie Silizium, Magnesium und Calcium u.a. werden sogar teilweise vom Körper aufgenommen und verwertet. Allerdings sollte Heilerde nur im Abstand von 30 Minuten zu Medikamenten eingenommen werden, da sonst die Wirkung dieser beeinträchtigt werden kann.

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