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11.06.2018

110 Grad unter Null: Gesundheitssenatorin Kolat weiht neue Kältekammer am Immanuel Krankenhaus Berlin ein

Seit fast 30 Jahren ist die Spezialklinik führend in der Kältetherapie für Schmerzpatienten. Die Kältekammer ist der kälteste Ort Berlins.
Gesundheitssenatorin Dilek Kolat vor der Kältekammer bei der Einweihung

Gesundheitssenatorin Dilek Konat eröffnet die neue Kältekammer im Immanuel Krankenhaus Berlin. © Immanuel Diakonie GmbH, Foto: Jenny Jörgensen

Ein Patient in der Kältekammer. © Immanuel Diakonie GmbH, Foto: Jenny Jörgensen

Sie ist vier Quadratmeter groß, mit einer Temperatur von minus 110 Grad Celsius der kälteste Ort Berlins und eine Wohltat für Menschen mit Schmerzen und entzündeten Gelenken. Bei schwül-warmen Außentemperaturen weihte die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat sie heute feierlich ein: die neue Kältekammer im Immanuel Krankenhaus Berlin. Kolat ließ es sich nicht nehmen, selbst den Kältetest zu machen. „Ich bin überrascht, wie angenehm sich die Kälte anfühlt“, sagte die Senatorin nach drei Minuten in der einzigen therapeutischen Kältekammer in einer Berliner Akutklinik, die das Krankenhaus jetzt für 300.000 Euro erneuert hat. Die Kältetherapie in der auf Rheumatologie, Osteologie, Orthopädie und Naturheilkunde spezialisierten Klinik verschafft Patientinnen und Patienten für ein Jahr und länger Linderung ihrer Beschwerden.

„Wir können auf viele zehntausende Anwendungen in der Kältekammer zurückblicken und immer waren unsere Patienten zufrieden mit den Ergebnissen“, sagte Geschäftsführer Roy J. Noack. Senatorin Dilek Kolat: „Mut spielt eine große Rolle bei Investitionen in Innovation. Den haben Sie bewiesen, als Sie vor fast 30 Jahren Ihre erste Kältekammer angeschafft haben und den beweisen Sie jetzt wieder mit der Investition in eine neue Kammer.“

Kältetherapie bei 95 Prozent Schmerzpatienten erfolgreich

Das Immanuel Krankenhaus Berlin startete 1989 als eines der ersten in Europa mit einer Kältekammer für die Ganzkörperkältetherapie für Schmerzpatienten. Die neue Kältekammer (croyair -110 ° von Mecotec) ist die dritte Generation am Standort Wannsee. Sie benötigt dank technischer Weiterentwicklung nur noch zwei statt vorher drei Kammern und bietet so mehr Platz als das Vorgängermodell. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass wir 95 Prozent der Schmerzpatienten mit der Kältetherapie helfen können“, sagte der leitende Physiotherapeut Frank Ruppenthal.

Die Patienten kommen durch eine drei Quadratmeter große Vorkammer mit minus 60 Grad Celsius in die vier Quadratmeter große Hauptkammer mit minus 110 Grad Celsius. Nur in Badebekleidung und mit Handschuhen, Socken, Mundschutz und Stirnband geschützt, bewegen sie sich zwei bis drei Minuten in der extremen Kälte. 90 bis 100 Patienten nutzen die Kältekammer täglich. Vom Vorraum aus steuert ein Physiotheorapeut die Technik über eine Konsole mit einer Gegensprechanlage. Über diese hält der Therapeut Kontakt mit den Patienten, gibt ihnen Hinweise zur richtigen Bewegung und sagt ihnen, wie viel Zeit sie schon geschafft haben.

Linderung bei Gelenk- und Muskelentzündungen sowie Weichteilschmerzen

Ein kurzer Aufenthalt in genau temperierter trockener Kaltluft schafft Linderung bei Krankheitsbildern wie Gelenkentzündungen (Polyarthritis), unterschiedlich bedingte Muskelentzündungen und chronischen Weichteilschmerzen, wie etwa dem Fibromyalgie-Syndrom. Die Kälte wirkt dabei so intensiv auf den ganzen Körper, dass Schmerzempfindungen danach über Stunden deutlich gemindert werden. In diesem Zustand sind physiotherapeutische Maßnahmen und Bewegungen möglich, die vorher nicht durchführbar waren.

Die Kältetherapie schafft so ein deutlich verbessertes Lebensgefühl für die Betroffenen und hilft, schmerzlösende und entzündungshemmende Medikamente, insbesondere Antirheumatika, einzusparen. Viele Menschen berichten, dass sie sich nach ihrem ersten Kälteerlebnis viel freier bewegen können. Die Ganzkörperkältetherapie steigert die Leistungsfähigkeit und verbessert das Allgemeinbefinden.

Klinische Studien zeigen, dass die Kältetherapie in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen, aber auch von Atemwegs- und Hauterkrankungen hochwirksam ist. Selbst Migräne und Depressionen können damit behandelt werden.

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